Diese Woche habe ich meinen grossen Navigationsflug absolviert. Das war ein Erlebnis!
Gestartet bin ich in Mareeba und habe danach (nach ein bisschen herumkurven, um den Wolken auszuweichen) auf den Kurs nach Georgetown eingedreht. Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich in Australien die Art zu fliegen ist!

In der Schweiz gibt es soviele Berge und Hügel, kontrollierte Lufträume und Flugplätze, dass es praktisch unmöglich ist, über längere Strecken denselben Kurs und dieselbe Höhe zu halten.
Auch die Orientierung erfolgt in der Schweiz meist mittels bekannten Punkten: Es gibt soviele Seen, grössere Gewässer, Autobahnen, Strassen, Dörfer und Eisenbahnen, dass es praktisch unmöglich ist, sich zu „verfliegen“.

In Australien ist alles anders: Praktisch flach, zumindest wenn man ins Inland fliegt.
Meine Flugauftrag ging von Mareeba über Georgetown (ziemlich genau die Distanz von Zürich nach Genf), von dort nach Chillagoe und wieder zurück nach Mareeba. Alles in allem ein Flug von 3.5 h reiner Flugzeit.Nav_Flight
Und dazwischen flog ich eine schnurgerade Linie… Einfach geradeaus. In der Schweiz wirklich unvorstellbar ;-). Eindeutige Geländepunkte zur Orientierung sind in Australien dünn gesät: Auf der gesamten Strecke (zur Erinnerung: Zürich – Genf) gab es ein Dorf, vielleicht in der Grösse von Kirchdorf. Und sonst nur einzelne Häuser, bei denen ich mich frage, weshalb diese gerade dort stehen: Im Umkreis von 30km sieht dort jedenfalls alles gleich aus…
So ist es für mich durchaus vorstellbar, sich in diesem Land zu „verfliegen“… Zum Glück gibt es heutzutage GPS, welches in so einem Fall gute Dienste leistet ;-).

Ich war jedenfalls froh, es ohne GPS geschafft zu haben (natürlich war das GPS als Unterstützung eingeschaltet… ich will ja kein Risiko eingehen 😉 ).
Wenn man einen Kurs einhält, den Wind einkalkuliert und die Geschwindigkeit kennt, so ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, zur richtigen Zeit am richtigen Ort anzukommen. Einfach fantastisch!