Vor einer Woche hatte ich gemeinsam mit einem Kollegen die einmalige Gelegenheit für das Flight Training Center ein neues Flugzeug in Melbourne abzuholen und die gesamte Strecke nach Mareeba zu fliegen. Das Flugzeug ist eine Cessna 172S, welche zukünftig für die Schulung weiterer Studenten eingesetzt wird.

Route von Melbourne nach Mareeba

Route von Melbourne nach Mareeba

Es war eine tolle Erfahrung und ich habe sehr viel lernen können. Begonnen hat die Reise in Coldstream, ein kleiner Flughafen in der Nähe von Melbourne. Der Runway war nur 6m breit und ohne Mittellinie, was für einen verwöhnten Student wie mich (Mareeba hat rund 15m Breite) eine rechte Umstellung bedeutete.
Leider war das Flugzeug zu Beginn noch nicht einsatzbereit und so haben wir erstmal zwei Tage gewartet. Da mein Kollege ein ehemaliger Geologe war, haben wir die Zeit genutzt und sind gemeinsam Goldwaschen gegangen. Und wir haben sogar einige Splitter gefunden! Unter der Lupe sehen sie beeindruckend aus ;-).

Nach einem Checkflug mit einem Fluglehrer hatten wir dann grünes Licht, um von Coldstream nach Griffith zu fliegen. Leider machte uns dabei das Wetter einen Strich durch die Rechnung und wir warteten wieder.

Am Donnerstag war es dann soweit: Das Wetter war zwar immer noch nicht überragend gut, erlaubte uns aber den Abflug aus Coldstream und den Durchflug durch die „Kilmore-Gap“, eine kleine Lücke im Hügelland von Melbourne. Die Wolken lagen tief und wir durchflogen immer wieder Regenschauer. Die Sicht war teilweise so schlecht, dass wir zu Zwischenlandungen gezwungen waren, um erneut besseres Wetter abzuwarten.
So konnten wir am ersten Tag statt den geplanten 1200 km, nur rund 300 km fliegen.

Ab dem zweiten Tag wurde das Wetter dann aber spürbar besser, da wir immer tiefer gegen die Mitte von Australien vorstiessen. So schafften wir es am zweiten Tag nach Charleville und am dritten Tag dann zu unserer Homebase Mareeba.

Es war ein wunderbares Erlebnis, Australien auf diese Art und Weise kennenzulernen. Grosse Teile unseres Fluges fanden über menschenleeres, flaches und trockenes Gebiet statt.
Irgendwo im Nirgendwo dann plötzlich wieder ein Haus. Oder ein Weiler. Oder eine Pferderennstrecke. Ohne nachvollziehbaren Grund. Es hätte genausogut auch 30 km nördlicher stehen können, die Gegend hätte genauso ausgesehen…
Dennoch waren wir beide glücklich, wieder „zu Hause“ angekommen zu sein. Ich freue mich, Teile meiner Ausbildung nun auch im neuen Flugzeug absolvieren zu können!