Die Zeitungen, Radio- und Fernsehsender beginnen um diese Zeit, die Ereignisse des vergangenen Jahres zu rekapitulieren.
Wenn ich mein Jahr Revue passieren lasse, dann war dies wohl das ereignisreichste Jahr in meinem Leben. Noch nie gab es mehr und tiefgreifendere Veränderungen wie im 2016. Wir sind nach Australien gezogen, unser Haus in Uetendorf ist vermietet, das Auto verkauft, der Hausrat verstaut und viele Freunde haben wir zurückgelassen. Ich habe meinen bisherigen Beruf an den Nagel gehängt und einen neuen Beruf „from scratch“ gestartet.

Weshalb? Ja, natürlich bin ich seit jeher begeistert, Flugzeuge zu fliegen. Dennoch, den Mut, mein Leben diesbezüglich zu ändern, hatte ich nie. Es brauchte dazu Gott, der mich dazu berufen hat; eine Vision, unsere Fähigkeiten und Ressourcen als Familie irgendwo sinnvoll einsetzen zu wollen sowie ein statistisch unerklärbares Zusammentreffen von Personen, Ereignissen und Zeichen in der richtigen Reihenfolge. Sprich, ein paar Zeichen von Gott persönlich…
Und anschliessend eine Familie und Freunde, die mittragen, mithelfen und mitbeten. Vielen herzlichen Dank an alle! Es ist einfach ein Geschenk und alles andere als selbstverständlich, auf diese Unterstützung zählen zu dürfen! Dieses Wissen ist etwas, was mich und uns durch diese teils auch schwierige Zeit immer hindurchgetragen hat.

Daran zurückzudenken wirft bei mir natürlich die Frage auf, ob es sich gelohnt hat, diesen Weg auf uns zu nehmen. Hat es sich als Unterstützer gelohnt, uns zu unterstützen? Wie misst man den Erfolg eines „Missionars“, auch wenn ich mich gar nicht gerne als solchen betitle.

Nun gut, dieses Jahr war geprägt von Lernen. Ich habe 12 Theorieprüfungen sowie 6 praktische Tests mit teils weit über 80% (70% benötigt…) im ersten Anlauf bestanden. Und nun halte ich bereits nach 10 Monaten meine Berufspilotenlizenz in den Händen… Ja, da kann ich wohl mit gutem Gewissen von Erfolg sprechen. Das war aber auch einfach zu messen.

Wie sieht es sonst aus? Wir haben uns in Australien sehr gut eingelebt, die Kinder gehen zur Schule und sprechen bereits erstaunlich fliessend Englisch. Wir haben neue Freunde gefunden und versuchen dabei den Spagat, alte Freundschaften auch über die Distanz zu pflegen.
Und vielleicht haben wir mit unserer Entscheidung einige Leute bewegt, sich wieder näher mit dem Glauben und dem Vertrauen auf Gott zu beschäftigen. Andererseits gab es aber auch Schwierigkeiten, Tränen, Längizitti oder Diskussionen, welche es wahrscheinlich nicht gegeben hätte, wären wir zu Hause geblieben.

Erfolg oder nicht… Ich habe keine Ahnung! Was ich mit Sicherheit weiss ist, dass Gott uns durch unsere gemachten Erfahrungen prägte und uns dadurch optimal für die Zukunft im Feld vorbereitete. So sind wir nach diesem Jahr Australien ziemlich gut gerüstet für das nächste Jahr, welches sich bereits jetzt mit mindestens doppelt so vielen Ungewissheiten ankündigt hat.
Es hat sich meiner Meinung nach definitiv gelohnt!

Deine Unterstützung macht daher auch im 2017 Sinn. Jetzt geht es erst richtig los…
Das nächste Jahr wird das Jahr, indem

  • wir ab Mai mit hoher Wahrscheinlichkeit nach Ramingining in Arnhem Land ziehen, ein kleines Dorf mit 800 Einwohnern, ca. 6h auf unbefestigter Strasse bis zur nächsten grösseren Stadt (welche auch nicht gerade besonders gross ist).
  • wir damit endlich und erstmals unsere Bestimmung als „Ausgesandte“ erreichen und für die dortige Bevölkerung eine Stütze sein können sowie Hoffnung überbringen können: Sei dies mit der guten Nachricht, wie auch ganz praktisch im Leben in Koexistenz mit unserer westlichen Kultur, der Regierung und der restlichen Bevölkerung von Australien.
  • wir die Kinder mit einer Fernschule unterrichten werden.
  • ich den ersten Flug als MAF-Pilot mit Passagieren in einem MAF-Flugzeug machen werde… ich freue mich riesig!
  • wir gemeinsam mit einer anderen Familie zur („weissen“) christlichen Minderheit im Dorf angehören werden.
  • wir vor familiären, kulturellen und geistlichen Herausforderungen gestellt werden, die wir in dieser Tiefe bisher noch nie erlebt haben.

Nächstes Jahr sind wir weiterhin auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Einige Kosten fallen zwar weg (z.b. Kosten der Ausbildung, Schulkosten), aber auch einige zusätzliche Einkünfte (Unterstützungsbeitrag vom BAZL, eigene Mittel) stehen uns nicht mehr zur Verfügung.
Wir werden gegenüber heute jedoch auch 2-3x höhere Lebenshaltungskosten haben, da sämtliche Güter und Lebensmittel erst per Flugzeug/Schiff in dieses Dorf transportiert werden müssen. Das Auto wird wohl auch noch einige zusätzliche Teile benötigen, um uns sicher über die rauhen Strassen zu transportieren (Schnorchel, gute Reifen, zusätzlicher Dieselfilter, Kompressor, Satellitentelefon, ein zusätzlicher Ersatzreifen sowie ein Dachträger).  Zudem werden wir wohl einige Haushaltsartikel anschaffen müssen…
Leider hat uns bisher noch niemand sagen können, über welche Beträge wir konkret sprechen. Aber kommt Zeit, kommt Rat.

Falls Du uns also auch unterstützen möchtest, um unseren Auftrag in Ramingining ausführen zu können, dann sind wir Dir sehr sehr dankbar! Die Spenden können von den Steuern abgezogen werden,

Vielen herzlichen Dank!