Krokodilschädel

Diese Story ist bereits etwa vor einem Monat passiert.
Ich konnte an einem wunderschönen Strand landen, resp. auf der Piste parallel zum Strand. Klassische Seitenwindlandung, da der Wind aber übers Meer kam, war er nicht turbulent und somit eine Landung zum Geniessen!
Anyway… Nach der Landung ist dann ein Passagier nach dem anderen aus dem Dorf eingetrudelt. Irgendwann habe ich dann meine Bedenken gehabt, wieviele dass noch kommen könnten. Am Ende waren es dann zwei mehr als ich Sitze zur Verfügung hatte. Da aber noch zwei Babys dabei waren, konnten diese auf dem Schoss von Erwachsenen mitfliegen. Sitztechnisch daher glücklicherweise alles im Grünen.
Dann jedoch das Gepäck: Zwei Schubkarren randvoll! Und noch viele weitere, separate Taschen.
Und ganz am Ende noch ein Krokodilschädel und ein Woomera! Da habe ich nicht schlecht gestaunt. Der Schädel war sicher 80cm lang, dh. das Krokodil war mind. 5m. Der Woomera war schön verziert und wird zum Speerwerfen als Armverlängerung verwendet.
Nach einigem Probieren habe ich es dann geschafft, alles zu verstauen. Der Krokodilschädel ebenfalls (die Zähne sind schon vorher ausgefallen…).
Schliesslich bin ich dann mit dem maximal erlaubten Startgewicht gestartet und musste auf dem Flug einiges an Benzin verbrennen, damit ich mit dem zulässigen Landegewicht in Elcho Island den Flug beenden konnte. Da kam ein bisschen das Gefühl von einem grossen Airliner auf ;-).

Neville und Isabelle

Gestern flog ich mit einem Internats-Schüler nach Dohindji [Doindschi].
Dort gelandet, fiel mir sogleich ein Camp wie aus einem alten Indiana-Jones Film auf, gleich neben der Runway.
Der Vorteil als Pilot ist, dass man sehr schnell Kontakt mit Leuten aufbauen kann, insbesondere wenn man an einem so abgelegenen Ort wie Dohindji landet.
Die zwei Ballanda (Weisse), die dort leben, heissen Isabelle und Neville.
Neville war im Vietnamkrieg. Im Rahmen der „Vietnamveteranen“-Vereinigung übernimmt er nun nach seiner Pensionierung verschiedene Projekte. Eines davon ist, die Einwohner von Dohindji darin zu unterrichten, wie Häuser instandgehalten werden müssen. Ursprünglich sind sie von Melbourne, wohnen aber während 3 Wochen in Dohindji unter sehr einfachen Bedingungen: Ein alter Wohnwagen (von 1981!) und unter der Zeltplane davor ist Küche und Wohnraum aufgebaut. Isabelle ist als Lehrerunterstützung im Dorf tätig: Englisch als Dritt-, manchmal sogar Viertsprache macht den Yolngu Schwierigkeiten, schriftliche Kommunikation mit den Behörden zu verstehen. So versucht Isabelle, die dortigen Einwohner zu schulen und soweit zu bringen, dass sie ihr Wissen an ihre Kinder weitergeben können.

Didgeridoo

Diese Geschichte ist zwar nicht mir passiert, aber dafür gestern einer meiner Kolleginnen:
Die Cessna 208 war voll und so hatte das Digeridoo eines Passagiers keinen Platz mehr gefunden. Der Vorschlag war, das Didgeridoo mit einem anderen Flugzeug zu transportieren, welches ebenfalls in Kürze zurück nach Gove geflogen wäre.
Der Passagier war aber damit überhaupt nicht einverstanden! Er fliege niemals getrennt von seinem Didgeridoo. Er werde einen Krankheits-Fluch über die Flugbegleiterin ausprechen, falls er getrennt fliegen müsse. Da sie an Gott glaubt, sagte sie nur, das sei ihr eigentlich so ziemlich egal ;-). Nun denn, in Absprache mit dem Pilot des späteren Flugzeug liess sich dann arrangieren, dass der Passagier mit seinem Didgeridoo gemeinsam im späteren Flieger heimflog… Auch ohne Fluch.
PS: Das tönt für uns sehr lustig, für die Yolngu hier ist das ernste Sache. Es gibt Dinge, die sind extrem(!) wichtig und sind zu respektieren.