Wie immer Samstags hatten wir unser Kinoabend. Alle dürfen sich einen Film wünschen und wir losen dann aus, in welcher Reihenfolge wir diese sehen (natürlich jeden Samstag nur einen 😉 ).
Danielas Film war heute dran und sie wünschte sich „Heidi“.
Ein schöner Film, mit herrlichen Bilder aus der Schweiz. Und irgendwie sind wir alle mit dem Gefühl vertraut, die Schweiz zu vermissen.
Das sei „La Maladie Suisse“, wie der Arzt von Herrn Sesemann sagt.

Ich habe ein bisschen gegoogelt und effektiv: Heimweh, oder eben „La Maladie Suisse“ wurde im 17. Jahrhundert als Krankheit beschrieben, die v.a. Schweizer Soldaten befalle und durch die fehlende Bergluft im Flachland verursacht werde. Heilung bringe nur die Rückfahrt in die Heimat, Linderung allenfalls der Transport in höhere Lagen.

Loris am Titlis, 2014

Heute wissen wir zum Glück, dass die „Maladie Suisse“ keine tödliche Krankheit ist. Und dennoch… Gerade bei uns, oder jedenfalls bei mir löst der Gedanke, dass wir schon bald in Zürich landen werden, ziemlich starkes Heimweh aus.
Die frische und kühle Luft, feines duftendes Brot, Greyerzer und Appenzeller, die Berge. Die Pünktlichkeit und das Vorausdenken.
Ich bin mir schon sehr bewusst, dass ich hier viele Dinge idealisiere und so zurechtrücke, wie ich sie mir gerne wünsche. Denn gerade die Berge sind heute nicht mehr so einsam, wie sie auf den Fotos aussehen.

Trotzdem. Gerade in dieser Zeit des Umbruchs, an dem wieder sehr viele Dinge sich verändern und uns grosse Ungewissheiten bevorstehen, sehne ich mich nach einem festen Wert.

Ich freue mich jedenfalls sehr auf das „Willkommen in der Schweiz“ am Zürich Flughafen.